Veräußerung mit Nießbrauch oder Wohnrecht bietet Vorteile für Verkäufer und Käufer

In einem Haus wohnen, ohne Miete zu zahlen. Das ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches - wenn einem die Immobilie gehört.

Doch was hat man davon, wenn man sich später im Alter etwas leisten möchte und das ganze Vermögen im Haus steckt?

Was viele nicht wissen: Das lieb gewonnene Zuhause kann das Auskommen im Alter sogar dann sichern, wenn man längst nicht mehr Eigentümer ist.

Sichert sich der Eigentümer beim Verkauf seiner Immobilie einen Nießbrauch oder ein unbefristetes Wohnrecht, kann er weiter in seinem gewohnten Umfeld leben und den Verkaufserlös sofort für sich nutzen.

Nach einer Untersuchung von LBS und Empirica wollen 65 Prozent der Menschen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit sollen auch im Alter erhalten bleiben. Um diesen Lebenswunsch zu erfüllen, sind in vielen alten Gebäuden zum Teil teure Umbauten notwendig. Die finanzielle Situation lässt nicht allen Wohneigentümern diese Freiheit. 

Den Instandhaltungskosten für das eigene Zuhause, knappen Renten und steigenden Lebenshaltungskosten stehen in vielen Orten steigende Immobilienpreise gegenüber.

"Obwohl diese Menschen echte Werte in Form ihres Wohneigentums besitzen, müssen sie sich in ihrer Lebensführung oft stark einschränken, weil sie das Geld nicht flüssig haben", so ein Experte der LBS. 

Verkaufserlös bringt neuen finanziellen Spielraum für das weitere Leben 

Der Verkauf der Immobilie mit Nießbrauch oder lebenslangem Wohnrecht hat hier Vorteile. Das frische Geld gibt dem ehemaligen Eigentümer neuen finanziellen Spielraum für das weitere Leben. Mit der gewonnenen Liquidität können z.B. noch bestehende Finanzierungen abgelöst, unerfüllte Lebenswünsche erfüllt oder wichtige Anliegen unterstützt werden.

Barrierearme Modernisierungen sind nun direkt möglich oder auch eine private Verrentung des Verkaufserlöses. 

Je nach vertraglicher Regelung ist beim Verkaufspreis aus der Veräußerung der Immobilie lediglich der Wert des grundbuchlich abgesicherten Nutzungsrechtes zu berücksichtigen.

Auch für den Käufer bietet diese Modell Vorzüge: "Vor allem vermögende Kunden müssen bei Banken heute oft Negativzinsen zahlen. In dieses Betongold aus privater Hand kann man dagegen ziemlich sicher investieren, weil klar ist, dass sich der alte Besitzer gut um das Investment kümmern wird.

Verkaufsprozess juristisch sauber begleiten lassen 

Um diese Verkaufsprozesse juristisch sauber zu begleiten, ist eine tiefergehende Beratung durch einen Notar unabdingbar, raten Experten. Beide Parteien müssen insbesondere finanzielle Fragen zur Instandhaltung der Immobilie und zu fortlaufenden Zahlungsverpflichtungen klar regeln. Wir raten allen Interessierten, alle Vor- und Nachteile mit einem Ansprechpartner des Vertrauens zu besprechen.

Quelle: LBS West (sw)